Anschaffung, Haltung und
Zucht eines Yorkies

Ich möchte hier einen kleinen Eindruck zu Haltung und Zucht vermitteln.

Es bedarf einiger  wichtiger Überlegungen bevor man sich einen Yorkie anschafft. Ich gehe mal davon aus das man sich schon ausreichend und gut über artgerechte Haltung und Bedürfnisse eines kleinen Yorkies informiert hat. Oder noch möchte, um ihm ein glückliches, gesundes und zufriedenes Leben zu gewährleisten.

Vor der Anschaffung eines Yorkies sollte man sich einige Fragen stellen:

Habe ich überhaupt die Möglichkeit meinem Yorkie  ein artgerechtes Hundeleben zu ermöglichen?????

Ist mein Vermieter und alle anderen Familienangehörigen damit einverstanden.

  Bin ich bereit min. 3x tägl. nicht nur bei schönem Wetter auch bei schlechtem Wetter mit meinem Vierbeiner raus zugehen.

Kann und will ich gewisse Kosten auf mich nehmen z.B. notwendige und anfallende Kosten wie tägl. Futter, Pflegemittel, Halsband, Leine ,Hundebettchen, Hundespielzeug, Tierarztkosten und nicht zu vergessen die jährl. Hundesteuer um nur einen kleinen Teil zu erwähnen .

Bin ich bereit meinen Vierbeiner in den Urlaub mitzunehmen und falls nicht, wo soll er in den Ferien untergebracht werden. 

Bin ich bereit ein Auge zu zudrücken wenn er mal sein Geschäftchen im Hause erledigt hat. Weil ein Welpe nicht gleich Stubenrein ist und er noch viel lernen muss. Da eine Erziehungsmaßnahme auch nur Früchte trägt wenn man ihn auf frischer Tat erwischt. Minuten danach hat es nämlich keinen Sinn mehr zu schimpfen.

Kann ich es hinnehmen, wenn er mal zuviel oder was falsches gefressen hat, und er plötzlich seinen Magen auf der guten Couch entleert.

Auch nicht zu vergessen das es ab und an mal Yorkiebabys  gibt die sich an Mutters tollen Ecktisch oder an andere Gegenstände mit seinen kleinen Zähnchen zu schaffen machen.

 Es gibt noch einiger solcher unangenehmen Untaten bin ich wirklich bereit all diese Dinge hinzunehmen.

Und wenn der Tag X kommt, weil mein Yorkie alt und krank ist bin ich dann auch bereit mit ihm den letzten Weg zu gehen wenn seine Zeit gekommen ist.
Den richtige Tierliebe heißt auch in den letzten Minuten bei seinem Tier zu sein
um mit ihm diesen Weg zu gehen.

Unfair und falsche Tierliebe ist es die Verantwortung mit dem schritt zum Tierarzt einem anderen zu übergeben
 nur weil man es selber nicht fertig bringt.

Auch über die Frage nach dem Geschlecht sollte man sich vorher im klaren sein.
mit welchem Geschlecht komme ich eventuell besser klar.

Ein Rüde auf Gassitour markiert sehr häufig. Und beim aufspüren und Kontakt mit einer läufigen Hündin
wird er seinem natürlichen Trieb nachgehen wollen.

Eine Hündin wird ca. alle 6-8 Mon. Läufig, und ihre Blutungen können auch schon mal Flecken auf Sofa und Kleidung hinterlassen auch sind sie in dieser Phase die meisten Hündinnen sehr anhänglich.

Hündin oder Rüde, daher wäre es nicht schlecht sich über die Hunde in der Nachbarschaft ein wenig auszukennen oder zu informieren.
 Was gibt es mehr in meiner näheren Umgebung mehr Rüden oder Hündinnen????

Habe ich mehr Rüden in meiner Nachbarschaft, wäre ein Rüde eventuell angenehmer. Da eine Hündin in regelmäßigen Abständen  Läufig wird, da könnte es zu unerwünschten Verehrerbesuchen kommen. Und wenn man dann nicht gewisse Vorkehrungen getroffen hat, ist ein nicht geplanter und womöglich riskanter, unerwünschter Wurf schneller unterwegs als man annimmt.

Hab ich mehr Hündinnen in meiner Nachbarschaft, wäre ein Rüde nicht abgeneigt auch mal unerlaubt unterwegs zu sein, um seinem natürlichen Trieb nachzugehen besitzen diese kleinen Burschen eine menge  Fantasie um an seine Angebetete zu gelangen.

Bei der Überlegung sich einen zweiten Yorkie anzuschaffen, wäre zu überlegen einen gleich Geschlechtlichen zu nehmen, da sich zwei Rüden oder zwei Hündinnen auch super verstehen. Außer man möchte sich eine Zucht aufbauen. Dabei sollte man sich aber die Frage stellen bin ich auch wirklich Qualifiziert genug um alles gewissenhaft zu erfüllen was mit einer Zucht  auf mich zukommt.

Meine Meinung und Vorstellung von einer Zucht

Es ist nicht damit getan zwei Tiere zu verpaaren und die Welpen dann so schnell wie möglich unter die Leute zu bringen. Manche Züchter sind ja heute immer noch der Meinung mit der 7ten oder 8ten Wochen schon abzugeben.

 Bei mir ziehen die Welpen generell erst ab der 11.Woche wenn nicht erst  12. Woche
zu ihren neuen Besitzern. 

Eine Menge an Zeit, Liebe, und auch Entbehrungen gehören in einer Zucht dazu.
Auch die richtige Wahl der Tiere zutreffen um Gesunde - und Wesenstarken Welpen hervorzubringen. Nicht jeder Yorkie der seiner Rasse genüge tut und Gesund ist, ist auch gleich ein Zuchttier. Sorgfältige  Auswahl und Verantwortung sollte man tragen um eine Rasse mit all ihren Vorgegebenen rassetypischen Anlagen gesund zu Züchten.

Auch nach der Abgabe der Tiere die Verantwortung zu übernehmen um zu sehen wie sich die Tiere entwickeln und was aus ihnen später mal wird.

Den von einer guten und gesunden Zucht kann man erst sprechen wenn die Nachzuchten dann auch bis ins hohe Alter Gesundheitlich keine nennenswerten Probleme aufweisen.

Auch sollte man dem neuen Besitzern das Gefühl vermitteln das er sich in jeder Situation wieder an den Züchter wenden kann, wenn er Hilfe braucht.

Es gibt viele Dinge die man beachten sollte um eine gute Zucht zu betreiben, hier nur ein paar von mir erwähnt.

Was ich persönlich nicht Akzeptieren kann.

Einen Hund mehr als 8 Std. am Tage alleine zulassen.
 Ihn nicht regelmäßig seinen Auslauf zu gewährleisten.
 Und ihn womöglich noch in einem kleinen Raum oder gar in einer Box einzusperren,
damit er auch ja keinen Unfug anstellt,
 für die Zeit wo man ja keine Zeit für ihn hat.

Mit einem 5 Minuten Spaziergang und einer einzigen Streicheleinheit am Tag ist es nicht getan. Der Yorkie ist ein sehr eng auf den Mensch bezogenes kleines Powerbündel, der sich am liebsten immer in der Nähe seines Frauchen oder Herrchen aufhält.

Es spricht nichts dagegen wenn er etwas älter (sprich wenigstens aus dem Welpenalter 6-8 Monate) ist ihn mal ( bis höchstens 4Stunden ) am Tage alleine zuhause zu lassen, das muss aber in langsamen Schritten erst anerzogen werden. Da man ihn ja auch nicht immer und überall  mit hinnehmen kann. Aber wer 8 Std. und mehr am Tag außer Haus ist der sollte sich lieber überlegen ob er sich nicht besser einen Hamster oder Fische anschafft.

Von daher verkaufen wir generell nicht an voll Berufstätige.

All dies ist nur ein kleiner Teil, um Ihnen einen kurzen Einblick zu verschaffen.

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Zum Schluss möchte ich noch kurz erwähnen

Ich habe in meiner Zeit als Tierheimleiterin sehr viele gequälte, misshandelte und geschundene Tiere gesehen und erlebt, und viele traurige und grausige Geschichten mitbekommen.

Es gab Tierbabys die ich mit der Flasche groß gezogen habe, und auch ziemlich viele ältere Tieren für alle habe ich ein gutes Zuhause gefunden.

Und nach mehr als 25 Jahren Erfahrung mit vielen Tieren (nicht nur Hunde)

und auch jetzt noch in meiner Yorkiezucht
werde ich es nicht aus den Augen verlieren, weiterhin dafür Sorge zu tragen das meine Yorkies in ein wirklich gutes und lebenslanges Zuhause kommen.

 

Ihre Yorkie Züchterin
Claudia Kampf